get_image.phpSeehof in Goldegg

Der Seehof in Goldegg war schon lange auf meiner Wunschliste ganz oben und ich habe mich sehr gefreut, als mich ein kurzer Mädels-Urlaub neulich dorthin geführt hat. Schon der Ort Goldegg im Pongau oberhalb des Salzachtals liegt sehr idyllisch um einen kleinen Weiher herum und hat einen kleinen aber feinen Ortskern mit schönen alten Häusern.

Das zum Gault-Millau-Hotel 2017 gewählte Haus hat auf einer Seite ebenfalls einen schönen Blick auf den Weiher und in die Berge, sowie wenige Meter entfernt eine eigene Badestelle mit Steg. Die 25 Zimmern sind in einer Mixtur aus traditionell und modern eingerichtet, alle unterschiedlich, teilweise mit offenen Bädern, mit Badewanne und ohne, mit Balkon und ohne. Ich hatte ein Come an d. See Einzelzimmer, mit Balkon und offenem Bad, das ich sehr angenehm fand. Als Doppelzimmer mit Balkon kann ich die Nummer 109 empfehlen.

Sepp Schellhorn führt das Hotel in fünfter Generation mit seiner Frau Susi und setzt seine Schwerpunkte auf das Unkonventionelle, die Kultur und das Essen. Das Frühstück ist eines der besten, das ich je in einem Hotel hatte, mit wunderbarem frischen Gebäck, frischem Obst, selbstgemachten Marmeladen und Säften. Abends wird ein reichhaltiges, phantasievolles Menü serviert, wobei die Küche auch eine Reihe a la carte Gerichte anbietet. Die Zutaten kommen aus der Region und einem wunderbaren, grossen Gemüsegarten hinter dem Hotel. Wer Lust hat, kann in der Küche am Chefs Table essen und das Geschehen der Köche beobachten. Wir haben uns das natürlich nicht entgehen lassen und fanden es sehr spannend. Die empfohlenen Weine waren alle gut ausgewählt und teilweise wirkliche Entdeckungen. Die Bar ist ebenfalls gut bestückt.

Zum Lesen laden einige schöne Flecken im Hotel und um das Hotel herum in den verschiedenen Gärten und der Terrasse ein. Es gibt eine Suhrkamp Bibliothek und zahlreiche andere Bücher und Bildbände zum Ausleihen und Schmökern. Ausserdem zieren zahlreiche zeitgenössische Kunstwerke Zimmer und Gasträume und es gibt immer wieder Lesungen, Diskussionen und Ausstellungen.

Unkonventionell ist dieses Hotel, da es sehr persönlich geführt wird, viel Charakter hat und man sich dort wirklich gerne aufhält, weil es viele schöne und gemütliche Plätze gibt. Insgesamt sind Personal und Service sehr freundlich, allerdings haben wir ein wenig die Kundenorientierung vermisst. Während unseres Aufenthaltes von 5 Tagen war die ganze Zeit die Heizung kaputt und die Aussentemperaturen waren so zwischen 5 und 15 Grad. Zwar wurde wohl an dem Problem gearbeitet, aber warm wurde die Heizung nicht. Leider gab es von der Hotelleitung dafür kein Entgegenkommen oder eine Reduzierung der Rechnung. Ausserdem hätten wir einmal gerne in der schönen Bauernstube gegessen, doch obwohl es bei 16 Gästen zum Abendessen drei Leute im Service gab, wurde uns das nicht ermöglicht. Schade, denn das Gefühl als Gast nicht ernst genommen zu werden, hat den insgesamt wirklich sehr schönen Aufenthalt etwas getrübt.

Falls man nicht nur schwimmen und lesen will, gibt es direkt vom Haus aus nette Wanderungen und Spazierwege und in 5 Minuten Entfernung einen Golfplatz. Nach Bad Gastein sind es nur ca 25 Minuten mit dem Auto. Dort ist sehr zu empfehlen der Höhenweg von Hofgastein nach Bad Gastein. Rund 90 Minuten mit einem herrlichen Ausblick und vorbei an Schluchten, Rehen und alten Bauernhäusern. Zurück von Bad Gastein geht es dann ganz einfach wieder mit dem Bus.